Mit Mut zu einer neuen, großen Familie

Burg | Die Geschichte von Sianna Scheppe klingt beinahe wie ein Drehbuch. Von der Pädagogin in Armenien zur Unternehmerin in Burg mit 35 Angestellten.
Doch der Reihe nach. Manchmal spielt das Leben nämlich ganz besondere Ouvertüren.


1990 kam Sianna Scheppe nach Burg. Es war der nächste Schritt einer Liebe, die 1987 nur deshalb erblühte, weil die damalige Pädagogin als Reiseleiterin einsprang und sich zwei Herzen fanden. Als Lehrerin in Deutschland zur Wendezeit war es jedoch nicht einfach, deshalb schulte Sianna Scheppe kurzerhand zur Krankenschwester im Burger Krankenhaus um. Von da an war ihre Leidenschaft für die Pflege geweckt. Es dauerte jedoch noch 16 Jahre, bevor sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagte und ihren Pflegedienst nach und nach ausbaute. Heute sind ihre gelben Flitzer nicht mehr aus den Stadtbildern von Burg und Tangermünde wegzudenken. Schwester Siannas Senioren- und Krankenpflege ist aber mehr als ein Pflegedienst. Es ist eine riesige Familie mit fast 300 Mitgliedern. Neben den 35 Angestellten zählen nämlich für Sianna auch die Patienten dazu. Dass sie damit nicht übertreibt, zeigt das kleine Jubiläumsfest, das ihre Angestellten heimlich organisierten. Sogar ein eigenes Lied haben sie für ihre Chefin geschrieben. Ein Plakat gebastelt und eine Menge Luftballons aufgepustet. Einige davon, natürlich gelb wie die Autos, stiegen dann mit ganz persönlichen Wünschen in den Burger Himmel. „Alles mit Genehmigung“, wie die Tochter verriet. Die soll, wenn es nach Sianna geht, den Pflegedienst in spätestens fünf Jahren übernehmen. Bis dahin ist aber noch Großes geplant. Eine Tagespflege will Sianna Schepp in Burg noch eröffnen, denn Menschen brauchen Menschen, ist ihre Erfahrung. Und davon gibt es neben der Kompetenz eine Menge. So viel, dass sie mit ihrem Pflegedienst auch Wachkomapatienten betreuen kann. Was sie sich zu ihrem 20 Firmenjubiläum wünscht, fragte sie Bürgermeister Philipp Stark bei seinem Besuch. „Dass die Politik mehr für die Pflege und die Menschen tut, denn pflegebedürftige Menschen gehören in die Familien und nicht in Heime.“

Zurück